Musik und Politik

Gesprächskonzert "Starke Frauen"

Die Idee zum Gesprächskonzert "Starke Frauen" mit Diskussion aktueller und kulturpolitischer Themen im Anschluss entstand während des Bundestagswahlkampfes 2009.

Gemeinsam mit Christine Nonnast (Schauspielerin, momentan am Schauspielhaus Wuppertal engagiert) erarbeitete ich ein Programm mit Klavierwerken, Briefen, Tagebuchaufzeichnungen und Texten von Frauen der Romantik und Gegenwart. Zwischen den vorgetragenen Texten stehen Klavierwerke von Clara Schumann (Ehefrau von Robert Schumann, "Seelenfreundin" von Johannes Brahms und berühmteste Pianistin der Romantik), Fanny Hensel (die Schwester des Komponisten Felix Mendelssohn-Bartholdy), Frédéric Chopin (in Kombination eines Auszugs des Romans "Ein Winter auf Mallorca" seiner Lebensgefährtin George Sand)
sowie Mayako Kubo (eine in Berlin lebende, zeitgenössische Komponistin).

Das Schicksal von Frauen im Kulturbetrieb, ihre Sorgen und Nöte beim Spagat zwischen Karriere und Familie sind immer noch aktuell. Auch heute noch stehen Kompositionen von Frauen selten auf konventionellen Konzertprogrammen.

Während des Bundestagswahlkampfes waren Christine und ich mit den "Starken Frauen" auf Einladung Bayerischer Grüner Kreisverbände unterwegs, u.a. mit Auftritten in Hof, Starnberg, Perlesreut, Mindelheim, Landshut, Otterfing und Fürstenfeldbruck (hier übernahm die Volksschauspielerin Monika Baumgartner das Sprechen der Texte).

Auch als Bundestagtsabgeordnete wurde ich von Grünen Kreisverbänden (z.B. zum dreißigjährigen Jubiläum des KV Unterallgäu oder in Mössingen/Tübingen bei meinem MdB-Kollegen Winne Hermann) mit dem politischen Gesprächskonzert "Starke Frauen" eingeladen, die Schauspierin Susanne Engelhardt (momentan engagiert am Stadttheater in Landshut) las jeweils die Texte.

Hier das Programm zu "Starke Frauen" unseres letzten Auftritts in Mössingen (02.05.2010)

"MUSIK UND POLITIK"

Ein musikalisch-literarisch-politischer Frühschoppen mit Susanne Engelhardt (Sprecherin) und Agnes Krumwiede (Klavier / MdB)

- Text von Anton Rubinstein aus dem Jahr 1890
- Clara Schumann  (1819 - 1896) „2. Scherzo“ op. 14
- Tagebuchaufzeichnungen von Clara Schumann
- Clara Schumann  (1819 - 1896) „Trois Romances op. 11“ Nr. 1

- Briefe von Fanny Hensel
- Fanny Hensel  (1805 - 1847) Aus „Vier römische Klavierstücke“: „Largo und Allegro con fuoco g-moll“

- Frédéric Chopin  (1810 - 1849)  Ballade Nr. 1 g-moll op. 23
- Textpassage aus „Ein Winter auf Mallorca“ von George Sand
- Frédéric Chopin Aus „Préludes op. 28” Nr. 15 in Des-Dur, „Regentropfen-Prélude“

- Brief von Mayako Kubo an Agnes Krumwiede
- Mayako Kubo „Die Mauer, für die linke Hand“(komponiert 1989) und „Berliner Luft, 12. Dezember 1989“

Im Anschluss: Winfried Hermann, MdB, im Gespräch mit Agnes Krumwiede, MdB

Auszüge aus den vorgetragenen Texten:

Der Pianist Anton Rubinstein im Jahr 1890:

„Die Überhandnahme der Frauen in der Musikkunst ... halte ich für ein Zeichen des Verfalles unserer Kunst. Rätselhaft ist es, dass gerade die Musik – das Edelste, Schönste, Feinste, Seelischste, Herzlichste, was des Menschen Geist geschaffen – der Frau, die ja doch aus allen diesen Eigenschaften zusammengesetzt ist, so unerreichbar ist!“

George Sand: „Ein Winter auf Mallorca – Tage mit Frédéric Chopin“

„Wir empfinden mit dem Herzen, dem Kopf, dem tiefsten Inneren, dass das Leben aller anderen mit dem unseren verknüpft ist und dass wir nicht darauf verzichten können, zu lieben oder geliebt zu werden, zu verstehen oder verstanden zu werden, Hilfe zu leisten oder zu empfangen. Und das Beste, was wir zu tun vermögen, ist, uns gegenseitig beizustehen. Denn wir sind wie die Kinder aus einem Schoß, die sich necken, sich zanken, sich sogar prügeln und sich doch nicht voneinander lösen können.“

Mayako Kubo schreibt in einem Brief an Agnes Krumwiede:

„Der Regen, der nach dem Atombombenabwurf in Hiroshima fiel, war ganz schwarz.“

Rupert Sheldrake: „Die Wiederbelebung von Bildung und Erziehung“ aus dem Buch „Die Seele ist ein Feld“:

„Unsere Kinder bekommen Buntstifte und werden aufgefordert zu malen. Aber wenn sie in der Pubertät sind und diese Erfahrung am meisten bräuchten, dann nehmen wir ihnen die Buntstifte wieder weg und zwingen sie, nur noch mit der linken Hirnhälfte zu arbeiten.

Die menschlichen Hände erzeugen in Verbindung mit der menschlichen Phantasie eine unendliche Vielfalt von Artefakten – das ist Kreativität. Von den ersten Höhlenmalereien an bis zum heutigen Tag haben keine zwei Künstler dasselbe Bild geschaffen, keine zwei Musiker dasselbe Lied komponiert, keine zwei Tänzer denselben Tanz choreographiert und keine zwei Töpfer denselben Gegenstand getöpfert. Hier haben wir es also mit einem Modell der Erziehung zu tun, das die Habgier bekämpfen und uns eine ganz neue Richtung weisen wird. Es wird den Geist mit all seinen Fähigkeiten entwickeln, die rechte und die linke Hirnhälfte und damit auch den Körper und das Herz: Das Herz zu entwickeln bedeutet Körperarbeit, die Phantasie zu entwickeln bedeutet Kunst oder Kreativität.

Ich glaube nicht, dass das kompliziert ist. Schulen auf allen Ebenen der Gesellschaft müssen sich nach diesem Modell richten, da diejenigen Modelle, die immer noch maßgebend für uns sind, den Planeten und uns alle gefährden.“

Presseartikel zu der Veranstaltung in Mössingen

"Piano, Poesie und Politik - GrünKultour: Konzert und Konversation mit MdB Agnes Krumwiede in der Quenstedt-Aula"

"Kunst und Politik in Höchstform"

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