25.01.2012  

Pressemitteilung

Bayerische Grüne verabschieden Maßnahmenpaket zum Ausbau der Kulturellen Bildung

Am vergangenen Samstag, den 21.01.2012, hat der Parteirat der Bayerischen Grünen mit großer Mehrheit einen Antrag zur Förderung der kulturellen Bildung in Bayern verabschiedet. Dazu erklärt die federführende Verfasserin Agnes Krumwiede MdB:

Ich freue mich, dass unser Antrag zur Stärkung der kulturellen Bildung mit breiter Unterstützung bayerischer Grüner, darunter auch zahlreiche Abgeordnete der Bundes- und Landtagsfraktion sowie Mitglieder von Stadtratsfraktionen, verabschiedet wurde. Damit positionieren sich Bündnis 90/Die Grünen für eine Aufwertung künstlerisch-kreativer Bildungsinhalte: Unter Grüner Regierungsbeteiligung wird die kulturelle Bildung in Bayern kein Schattendasein mehr führen!

Momentan ist kulturelle Bildung in Bayern im europäischen Vergleich unterentwickelt. Solange kulturelle Freizeitaktivitäten hauptsächlich vom Einkommen der Eltern abhängen und Stunden an städtischen Musikschulen sowie Kulturangebote in Jugendzentren aufgrund kommunaler Sparzwänge gekürzt werden, ist Chancengleichheit im Bereich kulturelle Bildung nicht gewährleistet. Insbesondere an weiterführenden Schulen in Bayern wird die Wochen-stundenzahl musischer Fächer zugunsten sogenannter „MINT“-Fächer kontinuierlich reduziert. Kreativität ebenso wie Gestaltungskompetenzen sind keine angeborenen Fähig-keiten. Sie können gelernt und vermittelt werden, zum Beispiel durch künstlerische Aktivität, durch künstlerisches Mitgestalten. Kultur muss mit Bildung, und Kunst mit Lernen verknüpft werden. Die kreative Aktivität, Anreize zur Neugierde auf künstlerischen Ausdruck, das „Ausprobieren“, sollte im Mittelpunkt stehen, nicht allein der passive „Konsum“ unseres kulturellen Erbes.

Mit unserem Antrag „Kunst eröffnet Welten – für mehr Kreativität an Bayerns Schulen“ haben wir ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Stärkung kultureller Bildung in Bayern entwickelt: Um kulturelle Bildungsangebote flächendeckend gewährleisten zu können, fordern wir die Einrichtung eines eigenen Haushaltstitels „Kulturelle Bildung“ im bayerischen Staatshaushalt sowie eine Koordinationsstelle für die beteiligten Ministerien auf Landesebe-ne. An den Schulen sollen zusätzliche Stellen für KontaktlehrerInnen der kulturellen Bildung eingerichtet werden, um Kooperationen zwischen kommunalen Kultureinrichtungen sowie externen Künstlerinnen und Künstlern mit pädagogischer Qualifikation zu verstetigen.

Kulturelle Bildung braucht Zeit und Raum. Wir sind gegen Kürzungen an künstlerisch-kreativen Bildungsinhalten und wollen, dass Lehrpläne an Haupt- und Realschulen und an Gymnasien um künstlerisch- kreative Inhalte erweitert werden. Finanzielle Mittel für kulturelle Projekte an Ganztagsschulen müssen auf 12T EUR pro Jahr verdoppelt werden. Kreative Bildungsinhalte sollten Bestandteil aller Fächer werden. Unser Antrag beinhaltet auch ein klares Bekenntnis gegen die Ausbeutung künstlerisch hoch qualifizierter Pä-dagogInnen als Honorarlehrkräfte im Niedriglohnsektor: „Für die Dienstleistung aller ausgebildeten Lehrkräfte in Kunst und Kultur ohne Festanstellung muss es Mindestabsicherungen und Honoraruntergrenzen geben.“

Den vollständigen Antrag finden Sie hier, die ersten zwanzig UnterstützerInnen des Antrags sind namentlich aufgeführt.

Die Pressemitteilung können sie hier downloaden.

« zurück