Wie so oft in den letzten Jahren blieb den Asylsuchenden nur ein Hungerstreik, um auf ihre menschenunwürdige Situation in bayerischen Asyllagern aufmerksam zu machen. Die minderjährigen, zumeist aus Afghanistan kommenden Flüchtlinge prangern mit ihrer Protestaktion die unzureichende Unterbringung in der Kaserne in München sowie die Lebensmittelversorgung mit Essenspaketen an. Neben Zugang zu Bildung fordern sie eine schnellere Abwicklung des Clearingverfahrens, um in Jugendhilfeeinrichtungen verlegt werden zu können. Aber die bayerische Landesregierung hält an ihrer Asylpolitik der harten Hand weiterhin fest. Während Bündnis `90/Die Grünen schon lange die Abschaffung des Asylbewerberleistungsgesetzes fordert, wird das Gesetz in Bayern besonders strikt ausgelegt. Asylsuchenden stehen demnach nur rund zwei Drittel der Sozialhilfe zur Verfügung, sie sind in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, dürfen keiner Arbeit nachgehen und werden durch die Vergabe von Essenspaketen entmündigt. Sie fristen ein von der Gesellschaft sozial isoliertes Dasein in völlig überfüllten Lagern.
Ich fordere einen menschenwürdigen Umgang mit Asylsuchenden, diese haben in der Regel eine traumatische Flucht hinter sich und benötigen dringend humanitäre Hilfe. Zu einem menschenwürdigen Umgang mit Asylsuchenden gehören die Abschaffung der Residenzpflicht, die Verteilung von Bargeld anstelle der Vergabe von Essenspaketen, Zugang zum Arbeitsmarkt sowie die Unterbringung in Privatunterkünften, um am kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Leben in Deutschland teilhaben zu können.
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