03.03.2010  

Pressemitteilung

Amflora darf in Europa angebaut werden

Anlässlich der gestern durch die EU-Kommission an BASF vergebenen Zulassung, erstmals seit 1998 wieder eine gentechnisch veränderte Pflanze in Europa anbauen zu dürfen, erklärt Agnes Krumwiede, des Wahlkreises Ingolstadt, Neuburg-Schrobenhausen, Eichs

Anlässlich der gestern durch die EU-Kommission an BASF vergebenen Zulassung, erstmals seit 1998 wieder eine gentechnisch veränderte Pflanze in Europa anbauen zu dürfen, erklärt Agnes Krumwiede, des Wahlkreises Ingolstadt, Neuburg-Schrobenhausen, Eichsstätt:

Anlässlich der gestern durch die EU-Kommission an BASF vergebenen Zulassung, erstmals seit 1998 wieder eine gentechnisch veränderte Pflanze in Europa anbauen zu dürfen, erklärt Agnes Krumwiede, des Wahlkreises Ingolstadt, Neuburg-Schrobenhausen, Eichsstätt:

Ich protestiere gegen die Zulassung der Gen-Kartoffel und fordere Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner aus den folgenden Gründen auf, den Anbau der Gen-Kartoffel in Deutschland sofort zu stoppen:

Die EU-Verbraucherschutz-Kommission stellt sich gegen die breite Öffentlichkeit. Die Zulassung ist ein politischer Kniefall vor BASF und erfolgt nicht auf unabhängiger wissenschaftlicher Grundlage. Das Vorsorgeprinzip für Mensch, Tier und Umwelt wurde nicht beachtet.

Gentechnisch veränderte Pflanzen zerstören das Bodenleben. Die Menge des Einsatzes von Pestiziden steigt nach den ersten Jahren an. "Amflora" ist zwar nicht als Lebensmittel gedacht, ein Übergang von Spuren in den Nahrungsmittelkreislauf ist jedoch unvermeidbar. Die rechtliche Klausel, die BASF für diesen Fall erhalten hat, muss als "Verschmutzungslizenz" bezeichnet werden. Kartoffelreste sind sogar als Viehfutter zugelassen. Die Verunreinigung betrifft die Imker in der Umgebung des Anbaugebiets, die ihren Honig nicht verkaufen dürfen und als Sondermüll entsorgen müssen. "Amflora" besitzt ein Antibiotikaresistenz-Markergen und kann die Wirksamkeit von Antibiotika beim Menschen beeinträchtigen.

BASF will in Zukunft mit dem Marktführer "Monsanto" einen Gen-Mais zur Herstellung von Lebensmitteln auf den Markt bringen. Diesem Ansinnen müssen wir mit dem Anbauverbot von Gen-Kartoffeln entgegenwirken.

Gegen den Anbau einer Gen-Kartoffel, die Stärke für die Industrie liefern soll, spricht außerdem, dass es auch konventionell gezüchtete Kartoffelsorten mit hohem Stärkeanteil gibt. Die an sich positive Entwicklung zu nachwachsenden Rohstoffen wird in ihr Gegenteil verkehrt, wenn mit dem Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen der Boden und damit unsere Lebensgrundlagen zerstört werden. Der in der Menschheitsgeschichte positive Begriff Agrikultur ist verknüpft mit Ökologie, Ökonomie und Soziales. Die Agrogentechnik widerspricht diesen Zielen der Agenda 21.

Ich appelliere an die Vernunft der Stärkeindustrie und der Bauern, Amflora nicht zu akzeptieren. Auf die Frage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Januar 2010, ob Aigner den Anbau der Gen-Kartoffel verbieten sollte, antworteten 77 Prozent mit Ja.

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