„Ab 2013 sollen Eltern von ein- bis dreijährigen Kindern ein Betreuungsgeld als finanziellen Anreiz erhalten, um ihre Kinder zu Hause zu betreuen und nicht in die Kita zu geben. Die Mehrausgaben kosten den Staat dauerhaft zwischen zwei und drei Milliarden Euro jährlich, das "Kosten-Nutzen-Verhältnis" des Betreuungsgelds ist mehr als fraglich: Anstatt Mittel in den Kita-Ausbau zu investieren, und dadurch der Lebensrealität von Alleinerziehenden und Berufstätigen gerecht zu werden, möchte die Bundesregierung ein verstaubtes Familienbild mit "Heimchen am Herd" wieder beleben. Insbesondere alleinerziehenden Berufstätigen gegenüber ist das Betreuungsgeld ungerecht: Um Kindererziehung und Berufstätigkeit in Einklang bringen zu können, sind flächendeckende kostenlose Betreuungsangebote notwendig- keine Prämie für Alleinerziehende, die mit Kind zu Hause bleiben.
Gerade für Kinder aus sozial schwachen Familien sowie für Kinder mit Migrationshintergrund hat ein möglichst frühzeitiger Besuch einer Kita vielfach positive Auswirkungen: Hier gibt es Bildungs- und Spiel-Angebote, die sich Eltern mit geringem oder gar keinem Einkommen zu Hause oft nicht leisten können, hier machen Kleinkinder ihre ersten wichtigen Erfahrungen im sozialen Miteinander. Die Kita ist der Ort, an dem Kinder mit Migrationshintergrund die deutsche Sprache lernen. Kita-Plätze ausbauen bedeutet Chancengleichheit für alle Kinder erhöhen, das Betreuungsgeld dagegen wird die soziale Ungerechtigkeit und Bildungsarmut massiv erhöhen sowie Integrationsprozesse schwächen. Kristina Schröder hat mit der Einführung des Betreuungsgelds bewiesen, dass sie von der Lebenswirklichkeit vieler Familien in Deutschland weit entfernt ist. “
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