16.03.2011  

Pressemitteilung

Absolute Nulltoleranz für nicht zugelassene Gentech-Konstrukte beibehalten

Anlässlich des Antrages von drei Bundesländern zur Änderung des Gentechnikgesetzes am 18.03.2011 im Bundesrat, erklärt Agnes Krumwiede, Bundestagsabgeordnete Bündnis 90/Die Grünen des Wahlkreises Ingolstadt, Neuburg-Schrobenhausen und Eichstätt:

Die Agrarminister von Baden-Württemberg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein fordern in ihrem Antrag, die geltende Nulltoleranz für gentechnisch veränderte Organismen im Saatgut durch eine "für alle Wirtschaftsbeteiligten praktikable technische Lösung" zu ersetzen.

Dies bedeutet im Klartext eine Aufweichung der strengen Vorgaben für nicht zugelassene Gentech-Konstrukte.

Es sollen nun Grenzwerte für nicht zugelassene gentechnisch veränderte Organismen eingeführt werden. Hierfür wird die fadenscheinige Begründung geliefert, gentechnische Verunreinigung von deutschem Saatgut sei wegen des weltweit steigenden Anbaus gentechnisch veränderter Pflanzen sowieso zukünftig nicht mehr zu vermeiden.

Durch eine solche Gesetzesänderung würde Gentechnik auf den Äckern und in Nahrungsmitteln unsichtbar. Kein Bauer könnte mehr sicherstellen, dass seine Produkte nicht gentechnisch kontaminiert sind. Zudem werden die Verbraucher hinters Licht geführt, weil ihnen jede Chance genommen wird, zwischen sauberen und gentechnisch verunreinigten Produkten zu unterscheiden.

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN fordern deshalb absolute Nulltoleranz für nicht zugelassene Gentech-Konstrukte – sowohl bei Futter- oder Lebensmitteln und erst recht bei Saatgut. Es kann nicht sein, dass unsere Gesundheit und die Umwelt unkalkulierbaren Risiken ausgesetzt werden, weil die Agro-Gentechnik-Industrie nicht in der Lage zu sein scheint, ihre Produkte von gentechnikfreiem Saatgut fern zu halten.

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