Auf eine Initiative von Bündnis 90/Die Grünen befasste sich der Ausschuss für Kultur und Medien des Deutschen Bundestages am vergangenen Mittwoch, dem 10. November 2010, zum ersten Mal in seiner Geschichte mit dem Thema Tanz. Die geladenen TanzexpertInnen Madeline Ritter (Tanzplan Deutschland), Sabrina Sadowska (Stiftung Transition), Miriam Wolff (Tänzerin) und Dr. Christiane Theobald (Staatsballett Berlin) verdeutlichten, dass akuter politscher Handlungsbedarf besteht, um die soziale Lage von Tänzerinnen und Tänzern zu verbessern. Die Stiftung „Tanz–Transition Zentrum Deutschland“ bietet Tänzerinnen und Tänzern während der Ausbildung, innerhalb ihrer aktiven Berufsausübung und insbesondere beim Übergang in einen neuen Beruf nach der Karriere als BühnendarstellerIn ein breites Angebot an Beratung und Information.
Deshalb stellte die Grüne Bundestagsfraktion in der Bereinigungssitzung des Haushaltsauschusses am 11.11.2010 den Antrag, der Stiftung „Tanz-Transition Zentrum Deutschland“ im kommenden Jahr 50.000 Euro aus Mitteln des Kulturhaushaltes für die Fortführung ihrer Arbeit zur Verfügung zu stellen. Dieser Antrag wurde mit den Stimmen der Regierungskoalition abgelehnt.
Gerade auch angesichts des überfraktionell gemeinschaftlichen Einvernehmens über den akuten Handlungsbedarf im Bereich des Tanzes in der vergangenen Sitzung des Kulturausschusses erscheint die Ablehnung des Grünen Antrags zur Förderung der Stiftung „Tanz-Transition Zentrum Deutschland“ mehr als blamabel. Jene offenkundige Verweigerungshaltung, mit der die schwarz-gelbe Koalition grundsätzlich alle Anträge der Oppositionsparteien ablehnt, schadet Künstlerinnen und Künstler in Deutschland. Eine Kulturpolitik nach dem Motto „Machterhalt und politisches Kalkül rangieren vor den Bedürfnissen unserer Künstlerinnen und Künstler“ ist inakzeptabel und dient weder den Kreativen noch unserer demokratischen Kultur. Die Leidtragenden sind in diesem Fall einmal mehr die Tänzerinnen und Tänzer. Es bleibt zu hoffen, dass die Bundesregierung ihre Entscheidung gegen Fördermittel für die Stiftung „Tanz-Transition Zentrum Deutschland“ im kommenden Jahr überdenkt und zusätzlich weitere Strategien zur Förderung des Tanzes entwickelt. Ohne zeitnahe Unterstützung durch die Politik werden sittenwidrige Löhne und unzumutbare Arbeitsperspektiven nach Beendigung der aktiven Tanz-Karriere den Tanzberuf in Deutschland weiterhin abwerten.
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