Heute wird der Berliner Aktionskünstler Ben Wagin 80 Jahre alt. Wie schon angekündigt, wird er diesen Tag an dem von ihm geschaffenen „Parlament der Bäume“ verbringen. Ein Gedenkort, den der Künstler zusammen mit dem Baumpartenverein 1990 auf einem Stück des ehemaligen Grenzstreifens anlegte – zur Erinnerung an die Todesopfer der Berliner Mauer.
Trotz des zahlreichen Zuspruchs den das „Parlament der Bäume“ erfährt, ist es dauerhaft bedroht. Der Grund dafür ist der Grund auf dem es errichtet wurde: Da sich das Kunstwerk auf Baugrund des Bundes befindet, mussten bereits 2001 von ursprünglich 400 gepflanzten Bäumen 300 für neu entstandene Bundesgebäude weichen. Alle Versuche des Künstlers solche Eingriffe in sein Werk für die Zukunft auszuschließen, blieben bislang ohne Erfolg.
Das „Parlament der Bäume“ muss als geschichtliche einzigartige Erinnerungsstätte im Regierungsviertel langfristig erhalten und als Gesamtkunstwerk aus großflächigen Bildern, Steinplatten und Skulpturen zusammen mit dem ehemaligen Patrouillenweg und dem Baumhain unter Denkmalschutz gestellt werden.
Ben Wagins Werk ist ein Beispiel für die friedvolle Macht der Kunst, die länger währt als Diktaturen. Es ist an seinem authentischen Ort einzigartig in der Haltung gegen die Trennung der Stadtteile und ein Mahnmal gegen Krieg und Gewalt, eine „Mauer aus Kunst wider alle Mauern der menschlichen Tyrannei”. Deshalb sollte der Bund auf die festgesetzte Baufläche verzichten, um Ben Wagins Werk dauerhaft zu schützen. Zusätzlich muss das „Parlament der Bäume“ in das „Gedenkstättenkonzept Berliner Mauer“ mit aufgenommen werden.
Den Antrag zum Thema finden Sie hier
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