30.09.2010  

Pressemitteilung

Die Baukräne des Bundes schweben wie ein Damoklesschwert über dem „Parlament der Bäume“.

Anlässlich der Feierlichkeiten zur Neugestaltung des „Parlaments der Bäume gegen Krieg und Gewalt“ erklärt Agnes Krumwiede, Sprecherin für Kulturpolitik der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Anlässlich der Feierlichkeiten zur Neugestaltung des „Parlaments der Bäume gegen Krieg und Gewalt“ erklärt Agnes Krumwiede, Sprecherin für Kulturpolitik der Bundestagsfraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN:

Heute soll das „Parlament der Bäume gegen Krieg und Gewalt“ in neuer Gestaltung feierlich für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auch viele Politiker, darunter Kulturstaatsminister Bernd Neumann, haben sich angekündigt. Laut eigener Aussage möchte der Kulturstaatsminister bei seinem Besuch „die Arbeit des Künstlers Ben Wagin als Initiator des Projekts würdigen“. Eine Würdigung in Worten allein wird jedoch nichts zum dauerhaften Schutz des „Parlaments der Bäume“ beitragen.

Die jüngste Vorgeschichte um Bens Wagins „Parlament der Bäume“ kann als politisches Trauerspiel bezeichnet werden: Zu Ben Wagnis 80. Geburtstag im März diesen Jahres häuften sich die Lippenbekenntnisse von Politikern, das „Parlament der Bäume“ unter Denkmalschutz stellen zu wollen. Sogar ein Gruppenantrag aller im Bundestag vertretenen Parteien war geplant. Viel Lärm um nichts: Erst gestern, am 29.09.2010, haben die Vertreter der Koalitions-Fraktionen im Ausschuss für Kultur und Medien einstimmig gegen einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen zur dauerhaften Unterschutzstellung des „Parlaments der Bäume“ votiert. Der Antrag enthielt u.a. die Forderung, den Baugrund des Kunstwerks von der zukünftigen Bauleitplanung des Bundes auszuschließen. Auch anlässlich des 20. Jahrestages der Deutschen Einheit wird es folglich keinen Denkmalschutz für das „Parlament der Bäume“ geben.

Um das „Parlament der Bäume“ für die Nachwelt als einzigartige Erinnerungsstätte im Regierungsviertel zu erhalten, ist eine verbindliche schriftliche Zusage der Regierung notwendig. Andernfalls wird auch weiterhin der Verdacht auf zerstörerische Baukräne des Bundes Ben Wagins „Parlament der Bäume“ wie ein drohendes Damoklesschwert beschatten.

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