18.08.2009  

Ein Tag mit "Starken Frauen"

Immer noch verdienen Frauen bei gleicher Qualifikation weniger als Männer, der Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern liegt momentan bei 23 %. Darüberhinaus sind Frauen  deutlich häufiger von Armut betroffen. Damit Frauen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtert wird, sind Krippen- und Kindergartenplätze für jedes Kind notwendig Die finanzielle und gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen muss endlich ein Ende haben, es ist höchste Zeit, dass Frauen in allen Branchen ebenso viel verdienen wie ihre männlichen Kollegen.

Die Gleichberechtigung von Frauen ist ein „ur-grünes“ Thema und (leider) immer noch hochaktuell.

Deshalb machte sich unsere Grüne Landesvorsitzende Theresa Schopper in Bayern auf „Starke Frauen“–Tour. Mehrere Besuche bei Unternehmen, die frauenfreundlich, sozial und ökologisch orientiert sind, standen auf dem Programm.

Bienenhof Pausch

Am ersten Tag der „Starke Frauen“- Tour, am 3. August, habe ich Theresa zusammen mit der Wahlkampfkoordinatorin Sabine Pretzsch begleitet.

Erste Station war Unterschnatterbach in der Nähe von Scheyern. Dort liegt der Öko-Bienenhof mit eigener Öko-Imkerei der Familie Pausch.

Vor 20 Jahren war Helga Pausch die einzige Frau an der Meisterschule für Imker. Heute scheinen sich mehr Frauen für den Imker-Beruf zu interessieren, wie Helga Pausch erzählte. Die Leidenschaft und Hingabe des Ehepaares Pausch für ihren Beruf als Öko-Imker hat mir sehr imponiert. „Ihre“ Bienen sind in rund 200 Bienenstöcken in ganz Deutschland verteilt.

Da auch meine Eltern Hobby-Imker sind und seit knapp einem Jahr in ihrem Garten drei Bienenstöcke stehen, hat mich vor allem die Frage interessiert, was einen Imker zum Öko-Imker macht.

Jetzt weiß ich es: Zur Bekämpfung der gefürchteten Varroa-Milbe verwenden Öko-Imker keine Pestizide, sondern organische Säuren (z.B. Oxal- oder Milchsäure). Vom Einsatz des ökologischen Schädlingsbekämpfungsmittels Thymovar rät das Ehepaar Pausch ab. Ihnen geht es nicht nur um ökologisch unbedenkliche Schädlingsbekämpfung sondern ebenso um den Geschmack: Und Thymovar hinterlässt im Honig den leichten Nebengeschmack von Thymian.
Außerdem verbrennen Öko-Imker zur Beruhigung ihrer Bienen klimafreundlich Hartholz-Presslinge. Selbstverständlich sind Öko-Imker – wie vermutlich alle Imker – im Interesse ihrer Bienen gegen den Einsatz von Gen-Technik auf den Feldern. Wir Grünen auch: Für unsere Bienen, für unsere Umwelt und im Sinne der Verbraucherinnen und Verbraucher!

Nach dem Rind und dem Schwein ist die Biene übrigens durch ihre Bestäubungstätigkeit  noch vor dem Geflügel das wichtigste “Haustier”. Bienen bringen der Volkswirtschaft in Deutschland einen Reingewinn von vier Milliarden Euro jährlich.

Nach einer Kostprobe köstlichen Honigs vom Bienenhof Pausch in den unterschiedlichsten Geschmackrichtungen (z.B. Edelkastanie oder Lindenhonig) ging es nach Mainburg zur Firma Volthaus der Familie Bachner, wo wir von der Geschäftsführerin Sabine Bachner zur Firmen-Besichtigung empfangen wurden. Die Volthaus GmbH hat mich in vieler Hinsicht sehr beeindruckt, da sie zum einen klimafreundliche und ressourcenschonende Produkte wie den „Dachs“ (Kraft-Wärme-Kopplung) und Photovoltaikanlagen vertreibt, zum anderen frauenfreundlich strukturiert ist, weshalb sie u.a. 2008 mit dem Bayerischen Frauenförderpreis ausgezeichnet wurde. Acht von 18 MitarbeiterInnen sind Frauen.

Volthaus

Jeder Mitarbeiter erhält Zuschüsse zum Kindergartengeld, und wenn mal keine Betreuung für den Nachwuchs gefunden werden kann, darf der sogar mit Mama oder Papa in die Firma – es gibt eine kleine „Spiel-Ecke“ für die Kids.
Zuschüsse gibt es auch für den Besuch im Fitness-Studio: Das physische und psychische Wohlergehen ihrer Angestellten liegt Sabine Bachner sehr am Herzen.

Die Firma Volthaus repräsentiert für mich ein Vorbild für ein „zukunftsfähiges“ Unternehmenskonzept, weil hier ganzheitlich und nachhaltig gewirtschaftet wird: Menschen- und umweltfreundlich!

« zurück