Am Montag, den 14. Februar, fand derzweite „Grüne Salon“ im Café Tagtraum statt. Eingeladen waren wieder interessante Gäste aus Politik und Gesellschaft, die in einem anregenden Gespräch zum andauernd brisanten Thema Integration Stellung bezogen. Auf dem Podium saßen die BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN – Politikerinnen Ekin Deligöz (MdB), Barbara Leininger (Stadträtin aus Ingolstadt) sowie Sahin Ilgen (Vorsitzender des Integrations- und Bildungscenters Donau Schüler Eltern e.V. „Atlantik“). Agnes Krumwiede (MdB) fungierte als Moderatorin und lud ihre Gäste zunächst dazu ein, von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten. Ekin Deligöz und Sahin Ilgen, die beide in jungen Jahren aus der Türkei nach Deutschland kamen, schilderten eindrücklich, wie sie schon in ihrer Kindheit mit Schwierigkeiten und Vorurteilen zu kämpfen hatten. Ilgen erinnerte sich an seine Schulzeit: in einer rein türkischen Klasse mit türkischem Lehrer gab es praktisch keine Gelegenheit, die deutsche Sprache zu lernen - und die, so Ilgen, sei doch der Schlüssel für gelungene Integration. Für ihn ein Anlass, sich für die bessere Sprachförderung von Migranten zu engagieren. Der von ihm gegründete Verein „Atlantik e.V“ hat es sich zum Ziel gesetzt, jedem Schüler zum Schulabschluss zu verhelfen. Für Ekin Deligöz waren es zum Teil demütigende Erlebnisse in der Schulzeit, die sie schließlich in die Politik brachten. Auf diesem Weg, so Deligöz, könnten Missstände direkt und umfassend angegangen werden. Auch für die Gymnasiallehrerin Barbara Leininger ist Sprache das Stichwort, sie plädierte für die Einführung von Russisch und Türkisch als Fremdsprache am Gymnasium, um die Fähigkeiten aller Schüler – auch derjenigen mit Migrationshintergrund – voll auszuschöpfen. Im an die Debatte anschließenden Gespräch mit dem Publikum zeigte sich die Einigkeit darüber, dass sich die Integrationsangebote in den Letzten 30 Jahren zwar deutlich verbessert haben, es aber noch einiger Anstrengung bedarf, bis in Deutschland ein Zustand des gleichberechtigten Miteinanders hergestellt ist. So fehle es z.B. in den Behörden an Mitarbeitern mit Migrationshintergrund, welche die Anliegen und Probleme gerade der Einwanderer und deren Nachkommen besser verstehen. Es bleibt also noch viel zu tun auf dem Weg zur Integration. Und die fängt da an, wo Menschen sich füreinander interessieren, miteinander reden und feiern. Sarrazins Thesen werden so zur Makulatur, im Podiumsgespräch spielten sie ohnehin keine Rolle. Spätestens als die jungen Frauen und Männer des Alevitischen Kulturvereins Ingolstadt e.V. melancholische Lieder aus Anatolien anstimmten, welche die Herzen aller Anwesenden berührten, war von Fremdheiten nichts mehr zu spüren.
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