25.02.2009  

Donaukurier

Klare Worte gegen die Kernkraft

Von Martin Schwarzott

Ingolstadt (mot) Sie hat den aussichtsreichen Listenplatz 9 auf der bayerischen Grünen-Liste bekommen – und legt sich ins Zeug, um auch wirklich in den Bundestag einzuziehen: Beim eher zwanglosen politischen Aschermittwoch der Grünen hielt Agnes Krumwiede gestern Abend eine flammende Rede.

Die Grünen sind dieses Jahr nicht ins Gasthaus gegangen, sondern in ihrer Geschäftsstelle geblieben und haben auf Bilder gesetzt. Dort gab es ein “Fischduelles Derblecka”, bei dem die Wörter “visuell” und der Fisch zur Fastenzeit in einem Wort verschmolzen. Zu sehen gab es einige Karikaturen des Ingolstädters Martin Erl, der wie gut 20 andere Besucher erst lachend und dann zunehmend gebannt Krumwiede lauschte.

Denn die Pianistin fing heiter an, stellte Erl kurz vor, verglich die Politik mit einem Orchester und kam so zur Kulturpolitik: Mit Blick auf Matthias Neuburger von der Band Slut, der beim Sozialprojekt “Boomtown Raps” Musiker zu Projekten mit Jugendlichen in die Stadt holt, forderte sie staatliche Fördergelder, um Künstler und Theaterpädagogen an Schulen holen zu können. Musische Fächer seien so wichtig wie Naturwissenschaften oder Sprachen.

Die Kultur liegt ihr, die Energie ist ihr wichtig: Krumwiede will Forschungsgelder statt für Kohle und Gas für erneuerbare Energien verwenden – und das “real existierende Höllenszenario Atomenergie” beenden. In allen Bereichen müsse das verkrustete, konservative Denken endlich aufgelöst werden. Ob Bildungs- oder Energiepolitik, Kreativität sei am nötigsten.

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