Darüber ist sich die 32-Jährige nicht erst seit Roths Gratulation klar. “Ich bringe das mit, was in der Politik etwas unterrepräsentiert wird”, sagt Krumwiede selbstbewusst. Sie wäre die erste Pianistin im Bundestag. “Mit dem Denken, das wir bisher haben, kommt unsere Gesellschaft nicht weiter. Das zeigt die Finanzkrise. Wir müssen vielseitiger und kreativer denken.” Ihr als Künstlerin sei die Kreativität gewissermaßen in die Wiege gelegt worden. So auch ökologisches Gedankengut. “Ich bin schon grün geboren.”
Vater Ulrich ist der derzeitige Kreisvorsitzende in Ingolstadt und freute sich mit der Tochter in Amberg. Bei ihrer siebenminütigen Bewerbungsrede fieberte er mit. “Nach sechs Minuten habe ich gemerkt, dass ich mit der Zeit nicht mehr hinkomme, dann habe ich ganz engagiert meine Positionen regelrecht in den Saal gebrüllt”, sagt die Kandidatin. Offensichtlich kamen ihre Schwerpunkte Bildung und Kultur, Frauen- und Familienpolitik sehr gut an. Gegen neun Konkurrenten setzte sich Krumwiede bei Platz neun durch – im dritten Wahlgang.
In ihrem Bewerbungsexposé hatte sie sogar von Platz sieben geträumt. “Das war ein bisschen überambitioniert.” Es wäre ein recht sicherer Platz in Berlin gewesen. Sieben bayerische Abgeordnete haben die Grünen, nach 7,9 Prozent der Stimmen im Freistaat im Jahr 2005. “Wir gehen im Herbst ganz selbstbewusst von einem zweistelligen Ergebnis aus”, so die Ingolstädterin. “Dass ich so aussichtsreich liege, wird uns im Kreisverband einen Schub für einen engagierten Wahlkampf geben.” Sollte der wie geplant laufen, erhält die Region wieder einen grünen Vertreter in Berlin, nachdem sich der Eichstätter Albert Schmidt 2005 nach elf Jahren verabschiedet hatte.
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